Legionellen im Trinkwasser sind ein ernstzunehmendes, aber oft unterschätztes Risiko für die Gesundheit. Diese Bakterien können schwere Krankheiten verursachen, insbesondere wenn sie in Form von feinem Sprühnebel eingeatmet werden. Als erfahrene Spezialisten für Gebäudetechnik möchten wir Sie umfassend darüber informieren, wie Sie sich und Ihre Familie effektiv vor dieser Gefahr schützen können.
Das Wichtigste in Kürze:
- Legionellen vermehren sich bei 25-50 °C - Warmwasserspeicher auf mindestens 60 °C einstellen
- Nach mehr als 3 Tagen Abwesenheit alle Wasserhähne und Duschen 2-3 Minuten durchspülen
- Selten genutzte Zapfstellen (Gäste-WC, Gartenhahn) mindestens 1x pro Woche kurz öffnen
- Vermieter von Mehrfamilienhäusern sind zur regelmäßigen Legionellenprüfung verpflichtet
Was sind Legionellen und warum sind sie gefährlich?
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Süßwasser vorkommen. Sie werden für den Menschen erst dann gefährlich, wenn sie sich in technischen Wassersystemen - wie unserer Trinkwasserinstallation - stark vermehren und anschließend durch Aerosole, also feinste Wassertröpfchen, eingeatmet werden. Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser stellt hingegen in der Regel keine Gefahr dar.
1. Die Legionärskrankheit und Pontiac-Fieber
Die bekannteste und schwerwiegendste Erkrankung, die durch Legionellen ausgelöst wird, ist die sogenannte Legionärskrankheit. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die unbehandelt lebensbedrohlich sein kann. Symptome ähneln zunächst einer Grippe, können sich aber rasch verschlimmern. Eine mildere Form ist das Pontiac-Fieber, das grippeähnliche Symptome ohne Lungenentzündung hervorruft und meist von selbst abklingt. Beide Erkrankungen sind meldepflichtig.
2. Wie Legionellen in unser Trinkwasser gelangen
Legionellen lieben stehendes Wasser und Temperaturen zwischen 25 °C und 50 °C. In diesen Bereichen finden sie ideale Bedingungen für ihre Vermehrung. Besonders kritisch sind daher:
- Längere Stagnation: Wenn Wasser über längere Zeit in den Leitungen steht, beispielsweise im ungenutzten Badezimmer oder nach einem Urlaub.
- Biofilme: In den Rohren können sich Biofilme bilden, die den Bakterien Schutz und Nährstoffe bieten.
- Unzureichende Temperaturen: Warmwassersysteme, die nicht heiß genug betrieben werden, oder Kaltwassersysteme, die sich zu stark aufheizen.
Risikofaktoren in Ihrem Zuhause
Viele Haushalte, auch hier im Landkreis München, sind sich der potenziellen Risiken in den eigenen vier Wänden nicht bewusst. Bestimmte Gegebenheiten begünstigen die Vermehrung von Legionellen:
1. Stagnation von Wasser in Leitungen
Längere Stillstandszeiten von Trinkwasser in Leitungen sind der Hauptrisikofaktor. Dies tritt häufig auf in:
- Selten genutzten Zapfstellen: Gäste-WCs, Gartenanschlüsse oder selten genutzte Duschen.
- Nach Urlaubsreisen: Wenn das Haus oder die Wohnung über Wochen leer steht.
- Unbelegten Wohnungen: In Mehrfamilienhäusern können unbewohnte Einheiten zur Gefahr für alle werden.
2. Ideale Temperaturbereiche für die Vermehrung
Wie bereits erwähnt, ist der Temperaturbereich zwischen 25 °C und 50 °C ideal für Legionellen. Dies kann in verschiedenen Bereichen Ihrer Wasserinstallation vorkommen:
- Warmwasserspeicher: Wenn die Speichertemperatur zu niedrig eingestellt ist.
- Warmwasserleitungen: Wenn das Wasser in den Leitungen zu stark abkühlt, bevor es entnommen wird.
- Kaltwasserleitungen: Wenn diese in der Nähe von Warmwasserleitungen verlegt sind und sich dadurch erwärmen.
3. Aerosolbildung beim Duschen und Baden
Das Einatmen der Bakterien über Aerosole ist der primäre Übertragungsweg. Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter oder auch bestimmte medizinische Geräte können feine Wassertröpfchen erzeugen, die Legionellen enthalten können. Daher ist insbesondere das Duschwasser ein relevanter Faktor.

Effektiver Schutz vor Legionellen im Trinkwasser: Praktische Maßnahmen
Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko einer Legionellen-Kontamination in Ihrem Trinkwassersystem minimieren.
1. Regelmäßige Wartung und Spülung Ihrer Trinkwasserinstallation
Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zur Prävention.
- Spülen nach Abwesenheit: Nach einem Urlaub oder längerer Abwesenheit (länger als 3 Tage) sollten Sie alle Wasserhähne und Duschen für einige Minuten (mindestens 2-3 Minuten) mit kaltem und warmem Wasser voll aufdrehen. Lassen Sie das Wasser dabei nicht direkt auf Ihre Haut oder Ihr Gesicht spritzen, um Aerosole zu vermeiden.
- Selten genutzte Zapfstellen: Spülen Sie auch selten genutzte Zapfstellen wie Gartenanschlüsse oder Gäste-WCs regelmäßig, mindestens einmal pro Woche.
- Wartung durch Fachbetrieb: Lassen Sie Ihre Trinkwasserinstallation, insbesondere den Warmwasserspeicher, regelmäßig von einem Fachbetrieb warten. Dieser überprüft die Einstellungen und kann potenzielle Problemstellen identifizieren.
2. Die richtige Wassertemperatur einstellen
Die Temperatur spielt eine entscheidende Rolle bei der Legionellenprävention.
| Wassersystem | Empfohlene Temperatur für Legionellenschutz | Legionellen-Risikobereich |
|---|---|---|
| Kaltwasser | unter 20 °C | 20-25 °C |
| Warmwasser (Speicher) | mindestens 60 °C | 25-50 °C |
| Warmwasser (Zirkulation) | mindestens 55 °C | 25-50 °C |
Stellen Sie sicher, dass Ihr Warmwasserspeicher auf mindestens 60 °C eingestellt ist. Das Warmwasser sollte an jeder Zapfstelle nach spätestens 30 Sekunden eine Temperatur von 55 °C erreichen. Kaltwasserleitungen müssen unbedingt unter 20 °C bleiben.
Gerade in älteren Gebäuden oder bei Sanierungen kann eine Überprüfung der Leitungsführung sinnvoll sein, um eine unerwünschte Erwärmung des Kaltwassers zu verhindern. Sprechen Sie uns als Ihren Sanitär-Fachbetrieb in Feldkirchen bei München gerne an.
3. Besondere Vorsicht bei Abwesenheit
Gehen Sie auf Reisen, sollten Sie einige Vorkehrungen treffen:
- Drehen Sie vor längerer Abwesenheit (mehrere Wochen) die Hauptwasserversorgung ab, wenn dies technisch möglich und sinnvoll ist.
- Spülen Sie nach Ihrer Rückkehr alle Wasserhähne und Duschen wie oben beschrieben gründlich durch.
- Bei sehr langen Leerstandszeiten kann eine thermische Desinfektion durch einen Fachmann erforderlich sein.
4. Sichere Nutzung von Duschen und Armaturen
- Duschköpfe reinigen: Reinigen und entkalken Sie Duschköpfe und Brauseschläuche regelmäßig, da sich dort Biofilme und Ablagerungen bilden können.
- Keine Aerosole erzeugen: Beim Spülen nach längerer Abwesenheit drehen Sie den Duschkopf so, dass das Wasser direkt in den Abfluss läuft, um die Aerosolbildung zu minimieren. Verlassen Sie idealerweise den Raum während des Spülvorgangs.
5. Wasserfilter und andere Lösungen
Spezielle Legionellenfilter können an Duschköpfen oder Wasserhähnen angebracht werden und bieten einen zusätzlichen Schutz, insbesondere für immungeschwächte Personen. Dies ist jedoch meist nur eine temporäre oder ergänzende Maßnahme. Die grundlegende Prävention durch korrekte Temperaturen und Hygiene bleibt unerlässlich.
Wann sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen?
Wenn Sie unsicher sind bezüglich Ihrer Trinkwasserinstallation, Gerüche wahrnehmen oder sichtbare Ablagerungen feststellen, ist es ratsam, einen Experten zu Rate zu ziehen. Eine professionelle Inspektion und Wartung durch die Florian Schmid GmbH aus Feldkirchen bei München kann potenzielle Risikofaktoren aufdecken und beheben. Wir unterstützen Sie gerne bei der Einhaltung der Trinkwasserverordnung und dem Schutz Ihrer Gesundheit. Unser Kundendienst steht Ihnen für eine fachgerechte Überprüfung und Beratung zur Verfügung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Legionellen genau?
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Süßwasser vorkommen. Sie können schwere Lungenentzündungen (Legionärskrankheit) verursachen, wenn sie in Form von feinen Wassertröpfchen (Aerosolen) eingeatmet werden, die sich in technischen Wassersystemen vermehrt haben.
Wie gefährlich sind Legionellen im Trinkwasser?
Legionellen sind gefährlich, wenn sie in hohen Konzentrationen in Aerosolen eingeatmet werden. Dies kann zu schweren Lungenentzündungen führen, die insbesondere für ältere Menschen, Raucher und immungeschwächte Personen lebensbedrohlich sein können.
Bei welchen Temperaturen vermehren sich Legionellen am besten?
Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 °C und 50 °C. Unter 20 °C stagnieren sie, über 55 °C sterben sie langsam ab, und ab 60 °C werden sie innerhalb kurzer Zeit abgetötet.
Was tun nach längerer Abwesenheit, um Legionellen vorzubeugen?
Nach einer Abwesenheit von über drei Tagen sollten Sie alle Wasserhähne und Duschen für mindestens 2-3 Minuten mit kaltem und warmem Wasser auf voller Stärke spülen. Vermeiden Sie dabei das Einatmen von Wasserdampf oder Aerosolen.
Muss ich mein Wasser auf Legionellen testen lassen?
Für private Haushalte ist ein Legionellentest nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber für Vermieter in Mehrfamilienhäusern unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtend. Bei Unsicherheiten oder Risikofaktoren kann ein Test sinnvoll sein. Wir beraten Sie gerne zu geeigneten Maßnahmen.
Fazit: Verantwortung übernehmen für sauberes Trinkwasser
Der Schutz vor Legionellen im Trinkwasser ist eine wichtige Aufgabe, die Sie durch bewusste Nutzung und regelmäßige Pflege Ihrer Installationen aktiv mitgestalten können. Durch die Einhaltung der empfohlenen Wassertemperaturen, die Vermeidung von Stagnation und eine sorgfältige Hygiene leisten Sie einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit Ihrer Familie. Zögern Sie nicht, bei Fragen oder Unsicherheiten einen Fachmann zu konsultieren.



